Von der Bestimmung…

Be – Stimmung | stimmig sein | stimmig leben | Stimmigkeit herstellen in und um uns



Kennst du deine Bestimmung?

…fragt Agaangaq in seinem Büchlein “Der Alltagsschamane” und schreibt weiter…
Wenn du zu dir finden möchtest, musst du anzunehmen lernen, was da in deinem Leben auf dich zukommt, dann entdeckst du deine Bestimmung. Deine Bestimmung wird sich dir zeigen, wenn du achtsam und aufmerksam bist, was das Leben dir bietet, und wenn du dich auf den Weg machst, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Aber die wenigsten Menschen ahnen auch nur, dass sie so etwas wie eine Bestimmung haben. Sie sind dauernd beschäftigt, umtriebig, tätig. Sie lenken sich dauernd ab mit ihren Computern und mit ihren Telefonen. Wer fragt noch nach seiner Bestimmung?
Ich habe viele Menschen getroffen, die glauben, ihr Leben nach ihren eigenen Plänen und Wünschen gestalten zu können. Sie glauben, sie könnten ihre Bestimmung selbst festlegen, und fragen gar nicht erst, ob es eine Bestimmung gibt, die sie entdecken müssen – die tief in ihnen verborgen liegt. Sie sind fixiert auf eine Idee oder ein Konzept, glauben, sie müssten einem Ideal entsprechen, das in Wahrheit nicht zu ihnen passt.

Agaangaq

Bestimmung “

Ich mag dieses Wort, es ist mir viel lieber als das Wort Vision… Die deutsche Übersetzung Visionssuche ist irreführend, ich glaube nicht, dass wir eine Visionssuche suchen oder finden können, da schwingt zuviel Ego mit, zuviel “Wollendes ICH”.
Der Englische Begriff “Vision Quest” trifft es da viel besser, für mich übersetzt er sich mit
“die Vision überprüfen, sie in Frage stellen, auf ihre Stimmigkeit prüfen & Stimmigkeit herstellen!”
…es ist die Suche nach Stimmigkeit, die dafür Sorge trägt, dass ich diesen einen, mir angemessenen einzigartigen Platz im Leben finde, an dem die Freude in mir dem Lächeln der Morgenröte begegnet!

Vielleicht hat mich “meine Vision” gut bis hier her geführt, zum heutigen Tag gebracht, aber: Taugt sie noch? Passt sie noch zu mir? oder noch viel wichtiger: Wie passt sie sich ein, in die Bewegung meiner Gemeinschaft & wie bin ich Teil der Kollektiven Bewegung ?
Agaangaqs Betrachtungen fokusieren diese Fragen auf einen Punkt – “Destination”. Die Frage nach der Bestimmung ist also die Frage nach dem Wohin bewege ich mich? Wohin bewegen wir uns gemeinsam? Wie lässt sich meine Bewegung stimmig eingliedern, in die Bewegung des Drumherum?
Wenn ich mein Ziel, wenn ich das “Wohin” kenne, dann lassen sich alle weiteren Schritte & Fragen daran abgleichen, dann bekomme ich zu den Erfahrungen der Vergangenheit einen Parameter hinzu, an dem ich meine eigene Bewegung ausrichten kann.

Bestimmung, früher hätte ich gegen dieses Wort vermutlich rebelliert,
hätte aufbegehrt dagegen, hätte mich gefragt, ob mir da wer was überstülpen möchte, von Aussen. 
Heute weiß ich, dass die Bestimmung nicht von Aussen kommt, sie ist in meinem Inneren zu finden ist, und im Abgleich dieses eigenen Inneren mit dem Feld im Außen! Heute ist mir bewusst, dass es bei der Bestimmung darum geht, das mir gemäße zu tun, eingebettet im Fluß des Lebens.

“Ich gebe Leid und Anspruch des Besonderen auf und fühle dadurch Kraft das mir gemäße Einzigartige auf meine Art zu tun!” 

(Norbert Mayer)

Aber wie erkenne ich meine Bestimmung?
– Wie unterscheide ich sie von meinen Wünschen & Träumen, von meiner Begierde, meinem Wollen?
– Wie höre ich ihren Ruf im Laut der Ablenkungen?

“Du musst Stimmigkeit herstellen in dir!” hat mir ein langer Wegbegleiter mit auf den Weg gegeben, bevor er letzten Herbst über die große Schwelle gegangen ist.
So leicht geht das nicht immer, oft sind die Angebote die Verlockungen im Aussen zu laut. Um den Ruf in unserem Inneren zu hören müssen wir lernen zu lauschen, still zu werden im getrieben sein und in uns hinein lauschen, immer und immer wieder…
Mir hilft es langsam zu werden, die Fragen des Lebens einfach da sein zu lassen, mit den ihnen zu leben – sie ohne Hoffnung nach Antwort zu verfolgen.
Ich erlaube mir dabei zu stolpern, Fehler zu machen, Irrwege zu gehen, und – ich gehe immer wieder in die Stille, suche den Rückzug, steige aus aus dem Alltag, schaue auf alle erdenklichen Varianten von Aussen auf mein Sein. Irgendwo zwischen all diesem Tun und nicht Tun taucht sie dann meist auf, die Antwort auf die Frage, die ich gar nicht erst gestellt habe. Oder es kommt ein Impuls, dem es zu folgen gilt, der mich hineinführt in den Nächsten Schritt auf meinem Bestimmungsweg.
Das schöne daran ist, dass sich mein Sein damit wie von selber einfügt in die Bewegung des Großen Ganzen, dass ich Halt finde in der Ungewissheit des lebendigen Neulandes, in das ich mich bewege, und…

Zeremonien wie die Visionssuche, aber auch alle kürzeren Formate, bietet dir so einen Raum des Rückzuges, sie ist ein wunderbares Werkzeug wenn du dich auf die Suche nach deiner Bestimmung machst oder deine Vision überprüfen möchtest. Sie ist eine Möglichkeit, das eigene Lauschen zu schulen, auf dass der Ruf in deinem Inneren Gehör findet, sich herausschälen kann aus dem lauten Drumherum. Bei der Visionssuche ist es, als ob wir das getriebene Leben um uns herum für einen Moment anhalten, aussteigen daraus und belohnt werden mit deinem klaren Blick auf unser Leben.

Find Your Destiny – becoming the Ceremony, every single day!

ich freu mich auf dich… JOE